Gewährleistung bei ebay: Darauf sollten Verkäufer achten

Erstellt: Montag, 28. Januar 2013
Viele Hobbyhändler machen Fehler bei der Formulierung des Gewährleistungsausschluss bei ebay.
Viele Hobbyhändler machen Fehler bei der Formulierung des Gewährleistungsausschluss bei ebay.

Wer auf ebay schon einmal Waren verkauft hat, kennt das Problem vielleicht. Wie war das nochmal mit der Gewährleistung? Muss ich eine Garantie oder gar ein Umtauschrecht anbieten? Und gelten für mich als privater Händler eigentlich die gleichen Regeln wie für gewerbliche Verkäufer? Rund 20 Millionen Artikel wurden letzen Monat in Deutschland von Hobbyhändlern bei ebay angeboten. Da lohnt sich ein Blick in das Kleingedruckte.

Die Verbraucherzentrale NRW fand kürzlich auf ebay Verblüffendes heraus. Bei rund 200 Testkäufen hatte nur rund ein Viertel der privaten Händler den Gewährleistungsausschluss rechtlich einwandfrei formuliert. Bei anderen fanden sich die oftmals kopierten und teilweise problematischen Standardformulierungen. Oder die Verkäufer hatten einfach  - ob bewusst oder unbewusst  - gar keine  Angaben gemacht. Das birgt allerdings Gefahren. Denn wenn Sie als Hobbyhändler die Gewährleistung nicht ausdrücklich ausgeschlossen haben, kann sich Ihr Kunde freuen. Denn in diesem Fall kann er von Ihnen, falls das Produkt wider Erwarten nach wenigen Monaten defekt sein sollte, eine sogenannten Nachbesserung verlangen. Heißt konkret: Sie müssen die Reparatur bezahlen und falls das nichts hilft den Kaufpreis mindern oder gar das Geschäft rückabwickeln. Um sich vor solcherlei Ungemach zu schützen, haben wir für Sie einmal die wichtigsten Fakten für Hobbyhändler auf ebay zusammengefasst.

Garantie:
Garantie ist eine freiwillige Leistung des Verkäufers. Grundsätzlich besteht kein Anspruch auf Garantie – sie müssen bei Ihrer Auktion also auch nicht darauf hinwiesen, das Sie keine Garantie auf Ihr angebotenes Produkt geben. Dabei spielt es keine Rolle ob der Artikel neu oder gebraucht ist und sie ein gewerblicher oder privater Händler sind. Wenn Sie eine Garantie  anbieten, hat der Käufer mit Abschluss des Kaufvertrags Anspruch auf die Erfüllung der Garantie


Gewährleistung:
Als Hobbyhändler haben Sie die Möglichkeit, die gesetzliche vorgeschriebene Gewährleistung von zwei Jahren auszuschließen. Allerdings müssen sie in der Beschreibung ihres Artikels darauf deutlich hinweisen. Die Verbraucherzentralen empfehlen beispielsweise die folgende Formulierung:  "Es handelt sich um einen Privatverkauf. Die gesetzliche Gewährleistung ist ausgeschlossen". Damit ist sichergestellt, dass Sie den Käufer bereits vor Abschluss des Kaufvertrags auf den Ausschluss der Gewährleistung informiert haben. Das gilt natürlich auch nur, wenn Sie die Ware einwandfrei und funktionstüchtig verkaufen. So, wie sie es in der Beschreibung des Artikels versprechen. Haben Sie einen Ihrer Kunden vorsätzlich getäuscht, hilft Ihnen auch kein Haftungsausschluss.

Sollten Sie diesen Passus nicht unter Ihre Auktion schreiben oder etwa gar keine Angaben machen gilt die gesetzlich vorgeschriebene Gewährleistung – und Sie stehen zwei Jahre für die Mängelfreiheit der Ware gerade.

Jetzt kommt allerdings noch ein Haken: Denn sobald sie mehrmals (es reichen schon zwei oder drei Auktionen) diesen Textpassus einsetzen, handelt es sich bereits um AGBs. Dabei spielt es keine Rolle, dass Sie als privater Verkäufer auftreten. Das Problem ist, dass AGBs inhaltlich deutlich strenger und eindeutiger formuliert werden müssen. Einige Punkte, wie beispielsweise der Ausschluss einer möglichen Haftung für grobes Verschulden, sind sogar unzulässig.  Konkret sind die folgenden Punkte in AGBs unzulässig:

  • Schadensersatzansprüche des Käufers für Körper- und Gesundheitsschäden können in AGB nicht ausgeschlossen oder begrenzt werden, wenn dem Verkäufer dabei ein Verschulden zur Last gelegt werden kann (§ 309 Nr. 7 a) BGB).
  • Schadensersatzansprüche für sonstige Schäden können in AGB nicht ausgeschlossen oder begrenzt werden, wenn dem Verkäufer ein besonders grobes Verschulden zur Last gelegt werden kann (§ 309 Nr. 7 b) BGB).
  • Ein Ausschluss oder eine Verkürzung der Gewährleistung für neu hergestellte Sachen ist unwirksam (§ 309 Nr. 8 b) BGB).

Beachten Sie diese Punkte in Ihren AGBs nicht, ist diese als Ganzes unzulässig – es greift dann wieder die gesetzliche Gewährleistung von zwei Jahren. Auch hier empfehlen die Verbraucherzentralen den folgenden Passus in die AGBs aufzunehmen:

"Es handelt sich um einen Privatverkauf. Die gesetzliche Gewährleistung ist ausgeschlossen. Nicht ausgeschlossen sind etwaige Ansprüche wegen der Verletzung von Leben, Körper oder Gesundheit sowie wegen groben Verschuldens."

Damit sind Sie auch bei ebay auf der (rechts)sicheren Seite.