Gewährleistung: Mit diesen Tricks täuschen Händler die Verbraucher

Erstellt: Dienstag, 15. Januar 2013
Viele Händler verlangen beim Umtausch defekter Ware einen Kassenbon

„Umtausch nur gegen Vorlage des Bons“. Diesen Satz hören Kunden bei vielen Händlern, wenn Sie ein defektes Produkt umtauschen möchten. Tatsächlich sind die Händler mit dieser Aussage auf dem Holzweg.

Wenn der neue Flachbildfernseher schon nach wenigen Wochen plötzlich keinen Laut mehr von sich gibt, ist der Ärger groß. Schließlich erwartet man von dem neuen Gerät, dass es einwandfrei funktioniert – und das eben möglichst lange.

Wer dann beim Händler vorstellig wird und ein Produkt reklamiert wird häufig abgewimmelt. Eine Studie des Bundesverbands der Verbraucherzentralen zeigt dies deutlich. Die Händler greifen dabei zu verschiedenen Tricks und Ausreden. Sicher haben Sie auch schon die ein oder andere Ausreden aus unserem „Best-of“ zu Hören bekommen:

  • „Umtausch oder Garantie? Selbstverständlich – aber nur mit Kassenbon und Originalverpackung“. Falsch! Die gesetzliche Gewährleistung darf nicht einfach durch den Händler beschnitten werden. Sie können innerhalb der zweijährigen Gewährleistungspflicht das Produkt immer zu dem Händler bringen, bei dem sie es gekauft haben. Trotzdem sollte der Bon oder alternativ eine Kaufquittung immer aufbewahrt werden. Kommt es zum Streit mit dem Händler,  erleichtert ein Beleg später die Beweisführung.
  • „Bitte wenden Sie sich bei einem technischen Defekt an den Hersteller. Wir als Händler können dies nicht leisten.“  Das mag schon sein, ist aber für Verbraucher häufig eine nervende und kostspielige Sache. Fakt ist: innerhalb der zweijährigen Gewährleistungspflicht können Sie bei Ihrem Händler vorstellig werden. Er muss das defekte Produkt entgegen nehmen.
  • „Bei reduzierter Ware entfällt die Gewährleistung.“ Eine besonders dreiste Lüge. Sicher, diese ist oft vom Umtausch ausgeschlossen, aber die Gewährleistung gilt auch hier wie bei jedem anderen Produkt aus dem Sortiment des Händlers.
  • „Bringen Sie uns das defekte Produkt bitte vorbei“ – eine besonders beliebte Ausrede, wenn es sich dabei um einen Kleiderschrank oder die neue Couch handelt. Auch hier gilt: Sämtliche Kosten, die mit der „Nacherfüllung“ verbunden sind trägt der Händler. Sie können die Couch also abholen lassen und müssen Sie nicht selbst schleppen.

 

android screenKeine dieser Ausreden befreit den Händler vom Gewährleistungsanspruch des Kunden. Dieser garantiert, dass das Produkt, das der Verbraucher beim Kauf erworben hat, frei von Mängeln oder Schäden ist und mit allen in der Werbung zugesicherten Eigenschaften übergeben wird. Ist das nicht der Fall, kann der Kunde seine Ware umtauschen. Allerdings muss man hier auch den ein oder anderen sturen Händler an die gesetzlichen Bestimmungen erinnern. Ein wenig Hartnäckigkeit zahlt sich also aus.

 

Tipp: Dem Nachweisdilemma können Sie ganz einfach aus dem Weg gehen, wenn Sie den Kassenzettel einfach und schnell mit der App auf ihrem Smartphone archivieren. So nehmen sie der Ausrede "Ohne Kassenzettel kein Umtausch!" gleich den Wind aus den Segeln.