5 Tipps zum Verbraucherschutz: Einzelhändler und Online-Verkäufer wenden viele Tricks an, um Reklamationen zu verhindern

Erstellt: Mittwoch, 22. Dezember 2010
Weihnachts Einkauf: 5 Tipps zum Verbraucherschutz
Weihnachts Einkauf: 5 Tipps zum Verbraucherschutz

Millionen strömten in den vergangenen Tagen und Wochen in die Kaufhäuser, um Geschenke für Weihnachten zu kaufen. Wer dabei seine Rechte beim Einkauf nicht kennt, wird an den Theken oder Kassen teilweise ganz schön an der Nase herumgeführt.


Einige der typischen Aussprüche in Läden und Kaufhäusern sind im Folgenden zusammengestellt - sowie Tipps, wie Sie sich als Kunde am besten verhalten sollten.

1. Reduzierte Ware ist vom Umtausch ausgeschlossen

Der Verkäufer kann nur den rein freiwilligen Umtausch ausschließen, nicht aber den gesetzlichen Anspruch des Kunden auf Gewährleistung des Verkäufers, also Nachbesserung (Reparatur) oder Ersatzlieferung. Bei reduzierter Ware ist die Gewährleistung nur dann eingeschränkt, wenn es sich um einen bekannten Fehler handelt:

Hat man ein Ausstellungsgerät mit Gebrauchsspuren gekauft, kann man die Kratzer nicht als Gewährleistungsfall angeben. Andere Fehler jedoch schon.

2. Für Fehler ist der Hersteller zuständig

Seine Gewährleistungspflicht kann der Verkäufer nicht auf den Hersteller abwälzen, er bleibt stets gegenüber dem Kunden verantwortlich. Neben der Gewährleistung des Verkäufers gibt es zwar normalerweise noch eine Garantie des Herstellers. Der Kunde hat aber die freie Wahl, an wen er sich bei Reklamationen hält.

3. Reklamation nur mit Originalverpackung

Die gesetzliche Gewährleistungspflicht darf mit einer solchen Vorschrift nicht ausgehebelt werden. Bis zu zwei Jahre lang muss ein Verkäufer für Mängel geradestehen, indem er repariert oder austauscht. Auch bei Online-Käufen sind solche Vorschriften zu Originalverpackungen unwirksam (Landgericht Waldshut-Tiengen, Az: 3 O 22/03 KfH).

4. Reklamationen nur mit Kassenbon

Wer Ansprüche wegen der Gewährleistungspflicht des Verkäufers geltend machen will, muss nachweisen können, dass er das Gerät bei dem Verkäufer gekauft hat. Dafür ist aber nicht unbedingt der Kassenbeleg notwendig. Der Nachweis kann genau so gut per Kontoauszug erbracht werden sofern man mit Karte bezahlt hat. Einfacher hat man es natürlich, wenn man die Kassenbelege in garanbo ablegt und so nicht lange suchen muss.

Geht es allerdings um einen rein freiwilligen Umtausch - etwa, wenn dem Kunden die Ware einfach nicht gefällt - kann sich der Verkäufer auf seine Kassenbon-Regel berufen. Typisches Beispiel sind hier die gekauften Textilien, die zu Hause dann doch nicht passen.

5. Das Öffnen der Verpackung verpflichtet zum Kauf

Selbst wenn es auf Schildern über einen Regalen stehen sollte, kann sich kein Verkäufer darauf berufen. Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat eine solche Vorschrift schon vor sieben Jahren (Az: 6 U 45/00) für unwirksam erklärt. In dem Urteil hieß es: "Nach den Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuchs ist der Kunde, wenn er die Verpackung einer Ware beschädigt, nicht verpflichtet, diese abzunehmen und zu bezahlen. Er ist allenfalls verpflichtet, Schadenersatz in Höhe der Kosten zu leisten, die die Wiederherstellung der Verpackung erfordert." Den Schaden müsse ein Händler nachweisen.

Bild: photo-gratis, Flickr