Wettbewerbszentrale klagt wegen "lebenslanger Garantie" gegen Opel

Erstellt: Montag, 06. September 2010
Opels lebenslange Garantie: Wettbewerbszentrale klagt
Opels lebenslange Garantie: Wettbewerbszentrale klagt

Der Streit um die vom Autobauer Opel ausgerufene “lebenslange” Garantie für seine Neuwagen wird nun doch die Gerichte beschäftigen. Die Wettbewerbszentrale will wegen irreführender Werbung gegen das Rüsselsheimer Traditionsunternehmen klagen, wie eine Sprecherin am Montag in Bad Homburg erklärte. Die Wettbewerbszentrale kritisiert, dass die Garantie für Neuwagen entgegen der Ankündigung nicht wirklich lebenslang gilt.

Opel hatte Anfang August angekündigt, dass bei Neuwagen ab sofort alle Lohnkosten und in Teilen auch Materialkosten bei Problemen mit dem Motor, dem Getriebe, der Elektronik und der Lenkung sowie dem Klimasystem übernommen werden. Ausgeschlossen von der Kostenerstattung sind Verschleißteile. Die Garantie gilt ab sofort für alle neu zugelassenen Opel-Fahrzeuge und erlischt ab einer Laufleistung von mehr als 160.000 Kilometern.

Wettbewerbszentrale setzte Frist für Unterlassungserklärung

Die Wettbewerbshüter hatten Opel bereits nach der Ankündigung der so genannten “lebenslangen” Garantie abgemahnt und dem Autobauer bis zum 19. August Zeit gegeben, eine Unterlassungserklärung abzugeben und die Werbung einzustellen. Sonst werde man klagen.

Obwohl Opel die Frist verstreichen ließ, teilte die Zentrale in der darauf folgenden Woche mit, man werde vorerst nicht vor Gericht gehen. Es sei ein gemeinsamer Gesprächstermin vereinbart worden. Die Sprecherin der Wettbewerbszentrale erklärte dann am 30. August, in dem inzwischen stattgefundenen Gespräch hätten sich die Parteien nicht auf eine gemeinsame Position einigen können.

Opel weist Kritik zurück

Opel selbst hatte die Kritik an seinem Werbeslogan zurückgewiesen. Die Garantiebedingungen seien von Anfang an ausreichend deutlich kommuniziert worden, hatte der Autobauer mitgeteilt. Man werde nun abwarten, wie die Gerichte entscheiden, sagte ein Opel-Sprecher.

Bis zur letzten Instanz

Wie die Automobilwoche berichtet, wird der Fall wohl bis vor den Bundesgerichtshof gehen. Das Blatt zitiert damit den beauftragten Rechtsanwalt Andreas Ottofülling. Auch Opels Marketing-Geschäftsführer Alain Visser betonte, dass sein Unternehmen alle Rechtsmittel ausschöpfen werde.