Eine Untersuchung der US-Regierung fördert überraschende Ergebnisse zutage: Es waren nicht verklemmte Gaspedals, die zu Unfällen mit Toyota-Autos führten, sondern Fahrerfehler!

Toyota-Gaspedalen doch nicht Schuld an Unfällen?
Toyota-Gaspedalen doch nicht Schuld an Unfällen?
Etliche Toyota-Fahrer, die behaupteten, ihr Auto habe unkontrolliert beschleunigt, verwechselten in Wirklichkeit das Gaspedal mit der Bremse.

Eine Untersuchung der US-Regierung macht Fahrfehler für eine Serie von mysteriösen Unfällen mit Autos des Herstellers Toyota verantwortlich - und nicht technische Defekte. Wie das Wall Street Journal am Dienstag und heute eben die Bild Zeitung berichtete, fanden die Experten des US-Verkehrsministerium keine Hinweise für ein selbstständiges Beschleunigen der Unfallwagen.

Zuvor hatten viele Toyota-Fahrer in den USA geklagt, ihre Wagen seien beim Tritt auf die Bremse schneller geworden und hätten so einen Unfall verursacht.

Anzahl der Beschwerden über Kontrollverlust
Anzahl der Beschwerden über Kontrollverlust
Die US-Regierung brachte den Tod von 93 Menschen mit dem mysteriösen Problem des ungewollten Beschleunigens in Verbindung. Insgesamt gingen deshalb 3.000 Beschwerden bei der Verkehrsbehörde ein.

US-Verkehrsministerium: Keine Fehler entdeckt

Ganz anders sieht dies inzwischen das US-amerikanische Verkehrsministerium: Aufzeichnungen der Bordelektronik legten nahe, dass die Fahrer aufs Gaspedal traten und nicht auf die Bremse, heißt es in deren Bericht. Die Experten untersuchten zahlreiche Datenspeicher aus den Unfallautos, die ganz genau die Stellung der Pedale zum Unfallzeitpunkt gespeichert hatten.

Lediglich in einem Fall habe die US-Behörde sicher ausmachen können, dass eine rutschende Fußmatte das Gaspedal verklemmte und zu einem Unfall führte, so das Wall Street Journal.

Die Behörde wollte den Bericht nicht bestätigen. Ein Top-Mitarbeiter der Verkehrssicherheitsbehörde hatte schon im Juni erklärt, sein Amt habe außer verrutschenden Fußmatten und ruckenden Gaspedalen keine Fehler entdecken können.

8,5 Millionen Autos zurückgerufen

Toyota war wegen der Unfallserie massiv kritisiert worden. US-Verkehrsminister Ray LaHood unterstellte dem Konzern mehrfach, er verheimliche den wahren Grund für ungewollte Beschleunigungen der Fahrzeuge. Möglicherweise sei die komplexe Elektronik dafür verantwortlich. Angesichts des nationalen Aufschreis rief Toyota mehr als 8 Millionen Wagen zurück, der Imageschaden war riesig.

Ein Toyota-Sprecher sagte, das Unternehmen sei nicht über die Untersuchungsergebnisse informiert worden. Eigene Nachforschungen der Toyota-Ingenieure hätten aber zu den gleichen Schlussfolgerungen geführt.
Toyota hat mehr als 8,5 Millionen Autos zurückgerufen (wir berichteten), unter anderem wegen defekter Gaspedale, blockierender Fußmatten und defekter Bremsen. Die Qualitätsprobleme setzten dem Unternehmen schwer zu und ließen das Ansehen rapide sinken.

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